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Fritz Curtius, der Wipstuhl-Erfinder

Ein Erfinder bereichert die Welt durch Innovationen. Aber was ist Innovation? Für Fritz Curtius etwas ganz Einfaches: nämlich die Dinge das Alltags so zu verbessern, daß Sie dem Menschen nutzen.

Ob er im Bereich Umweltschutz Projekte realisiert, oder ob er Kaffee-Maschinen soweit verbessert, daß der Kaffee wirklich heiß gebrüht wird und ein echter Genuß ist.
Viel Arbeit steckt in all seinen Entwicklungen: von den ersten Überlegungen, bis zu den Berechnungen, über Praxistest und die Bewährungsprobe im Alltagseinsatz und dann noch der sehr zeitaufwendige "Papierkram" rund um das Thema Patentschutz. Aber in seinen seinem Gesicht sind die Falten rund um die lachenden Augen die deutliche Spur der lebenslangen Freude an der guten Lösung.

Heute mit 58 Jahren sitzt er an seinem alten Schreibtisch mit Blick auf die kleinen Wellen des Bodensees, begegnet jedem neuen Projekt mit Gelassenheit und findet die Lösung im Gleichgewicht zwischen Neugier, dem Willen das Problem "anzupacken" und der Ruhe abzuwarten, sich nicht gleich auf den ersten Weg festzulegen, sondern den richtigen Weg zu finden.

Diese Ruhe und Gelassenheit war ihm nicht in die Wiege gelegt. Bewegung prägt bereits seine Jugend: Tennis, Segeln, Skifahren, mit dem Mut zum Risiko, mit der Motivation zu gewinnen, aber auch damals schon ohne die Verbissenheit "siegen zu müssen".

Der Sport ernährt den Studenten und ist ihm auch nach Abschluß seines Ingenieurstudium eine wichtige Existenzgrundlage, z.b. als staatlicher Ski-Lehrer 1965-1979 in den Rocky Mountains.

Ab 1967 beschäftigt ihn Verfahrenstechnik, das "Erfinden" begegnet ihm auf ganz persönliche Weise, im Kontakt mit Felix Wankel, dem Erfinder des Kreiskolbenmotors.

Über den Sport erlebt er die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit, schwere Unfälle zwingen ihn zur Ruhe und stellen ihn vor die Aufgabe, zwischen der sportlichen und technischen Herausforderung zu wählen. Die Entscheidung für die Herausforderung im Beruf führt ihn zurück zu Verfahrenstechnik und Anlagenbau. Dort sucht er für Herstellung und Handling die "richtige Lösung": Vitamin C, green orange, künstliches Eiweiß, Sprengstoffe, Klärschlamm, Kokskohle und Ruß. Anlagenbau und Vertrieb prägen seinen Alltag, seinem Arbeitgeber Sulzer Escher-Wyss in Ravneburg bringt diese Flexibilität eine Umsatzsteigerung von 1 Million auf 40 Millionen pro Jahr.

Aber Erfolg bedeutet auch, sein Ziel erreicht zu haben und so zieht es Ihn 1985 nach Lindau, zu neuen Herausforderungen in den Bereichen Kältetechnik und Gasreinigung.

Das starre Sitzen am Schreibtisch ist seine Sache nicht, auch beim Durchdenken und Berechnen seiner innovativen Lösungen ist ihm Bewegung wichtig. Weil er aus eigener Erfahrung weiß, daß starres Sitzen sehr ungesund ist, entwickelt er das WIP-Stuhl Prinzip, um sich und anderen das Sitzen am Schreibtisch so angenehm wie möglich zu gestalten. Denn Arbeit muß Freude bereiten, nur so ist für ihn Erfolg denkbar.

Ab 1989 sucht er diesen Erfolg im eigenen Ingenieur – Büro. In einem Alter, in dem andere an einen gesicherten Ruhestand denken, ist für ihn noch immer das "Stehenbleiben" nicht attraktiv, die Welt für ihn nicht alltäglich und langweilig, sondern gerade mit dem immer deutlicheren Einfluß der Technik etwas, wo es vieles gibt, was man einfach nur ganz anders sehen muß, um es viel besser machen zu können. Er trainiert diese Fähigkeit genau hinzuschauen und präzise zu agieren, nicht nur im Berufsalltag, sondern auch beim Sport: beim Golf mit Familie und Freunden.

Seine Innovationskraft setzt er seit Jahren mit Erfolg für Auftraggeber aus Mittelstand und Industrie ein. Gerade in einer Zeit, in der große Unternehmen immer stärker dazu übergehen, Innovationen einzukaufen, bietet er eine ideale Kombination aus Wissen, Erfahrung, Durchsetzungskraft und Freude am Neuen.